Der Freund des Menschen

Gott schuf auf dem Feld ein Tier und sagte zu ihm:

"Schütze den Menschen, geschaffen nach meinem Ebenbilde. Ihn sollst du verehren!

Du sollst ihn in der Wildnis schützen, seine Herden hüten, seine Kinder bewachen, ihn begleiten, wo immer er geht, selbst in die Zivilisation. Du sollst sein Bundesgenosse, sein Sklave und sein Lebensgefährte sein."

Und Gott sprach weiter:

"Damit du dies alles vermagst, statte ich dich aus mit Instinkten, die allen anderen Tieren fehlen: Treue, Ergebenheit und Verständnis, das sogar das des Menschen selbst übertrifft.

An Loyalität übertriffst du den Menschen bei weitem, bist blind für seine Fehler.

An Verständnis übertriffst du den Menschen, denn es fehlt dir die Macht des Wortes. Kein Fehler der Zunge kann dadurch das Verhältnis zwischen dir und dem Menschen trüben, anders als bei Verständnis des Menschen mit anderen Tieren oder gar untereinander.

Du sollst nur über deine Seele und durch deine treuen Augen zu deinem Herrn sprechen.

Gehe an seiner Seite, schlafe vor seiner Tür, behüte ihn, schütze ihn gegen seine Feinde, trage seine Lasten, teile seine trüben Gedanken, liebe ihn und tröste ihn.

Und für all das wird der Mensch immer für dich sorgen, dir all das geben, was du brauchst und wünschst, nämlich Nahrung, Unterkunft und Liebe.

Sei deshalb still und sei der Freund des Menschen.

Führe ihn durch die Gefahren seinen Weg bis zum Land, das ich ihm verheissen habe.

Dies sei dein Geschick und führe zu deiner Unsterblichkeit."

So sprach der Herr.

Und der Hund hörte es und war zufrieden.